Hildesheim, 14.07.2018

Verletzte am Bahngleis: außergewöhnliche Übung für das DRK Hildesheim


Fotos: H. Stillahn

Ein wirklich beängstigendes Szenario: Geiselnahme in einem ICE. Schüsse fallen. Der Zug kommt auf offener Strecke zum Stehen. Mehreren Passagieren gelingt es zu fliehen. Die Täter schießen auf die Flüchtenden. 

Oliver Ortlepp und Janik Ibendahl haben ein ganz besonderes Drehbuch geschrieben, um diese ungewöhnliche Übung für die Einsatzkräfte des Einsatzzuges im DRK-Kreisverband Hildesheim zu gestalten. Unterstützt werden sie vom Jugendrotkreuz aus Helmstedt, dessen Notfalldarsteller sich auf das Schminken täuschend echt aussehender Wunden spezialisiert haben und mit großem schauspielerischem Talent die Verletzten darstellen.

Um genau 16:35 Uhr löst die Rettungsleitstelle Alarm aus. Die ehrenamtlichen Retter, die nichts von der Übung wissen, eilen innerhalb kürzester Zeit zur Dienststelle. 

Zunächst müssen sich die Einsatzkräfte mit ihren Fahrzeugen auf dem Hildesheimer Schützenplatz sammeln und auf Einsatzaufträge warten. Dann geht es zur Sache: Die Schnelleinsatzgruppen „Rettung und Sanität“ sowie „Technik und Logistik“ müssen einen Behandlungsplatz nahe Rössing erkunden und aufbauen und Verletzte in der Nähe von Barnten suchen und versorgen. 

Jetzt kommt Stress auf. Und das ist beabsichtigt. Zugführer Oliver Ortlepp und Kreisbereitschaftsleiter Heiko Stillahn wollen sehen, wie sich die Mannschaft im Notfall auch ohne übergeordnete Führungsstrukturen bewährt. 

Die Rechnung geht auf. Der Behandlungsplatz mit Zelten für die Versorgung von Verletzten steht schneller als erwartet, während die Einsatzkräfte am Bahndamm um das Leben der gut gespielten Verletzten kämpfen. Neben einer Schusswunde, einem lebensbedrohlichen Schock und verschiedenen leichteren Verletzungen ist ein Patient zu reanimieren. Die Wiederbelebung beginnt am Rand eines Feldweges und muss im Rettungswagen fortgesetzt werden. 

In der Zwischenzeit bereiten die Mitglieder der Schnelleinsatzgruppe „Betreuung und Verpflegung“  für alle Teilnehmer eine warme Mahlzeit zu. Nach dem Übungsende werden Nudeln mit Pesto im Zelt serviert.

Die Übungsleiter zeigen sich im Anschluss mit dem Ergebnis hoch zufrieden. Bei der anschließenden Nachbesprechung kommen alle zu Wort. Die Mimen des Jugendrotkreuzes Helmstedt fühlen sich gut behandelt, loben neben der fachgerechten Versorgung besonders ihre Betreuung. Die Helferinnen und Helfer der drei Schnelleinsatzgruppen heben die gute Zusammenarbeit an der Einsatzstelle hervor. 

Basis für die reibungslose Zusammenarbeit im Einsatz sind die vielen Ausbildungsveranstaltungen und Dienste der ehrenamtlichen Einsatzkräfte. Jeden Montag und jeden dritten Samstag im Monat treffen sie sich zur Ausbildung. 

Wer Teil dieses tollen Teams werden möchte, kann sich gern per Mail, Facebook oder telefonisch melden.