Hildesheim, 27.08.2018

Hildesheimer Einsatzzug unterstützt Feuerwehr bei Großübung


Der Einsatz beginnt. Insgesamt neun Fahrzeuge des DRK Hildesheim rücken aus.

Alle Fahrzeuge sind im Bereitstellungsraum eingetroffen. Zugführer Oliver Ortlepp erklärt nun, wie es weitergeht.

Vielleicht gibt es auch unter den Evakuierten Verletzte. Hierfür baut eine Gruppe ein Sanitätszelt auf.

Die Transportfahrzeuge unter Leitung des DRK treffen ein, um die Dorfbewohner in die Unterkunft zu evakuieren.

Bloß keinen zurücklassen. Zwei Einsatzkräfte des DRK nehmen die Evakuierten auf. Fotos: G. Jungheim / DRK Kreisverband Hildesheim

Wenn schon den Alarmfall proben, dann richtig: Für eine Großübung am vergangenen Samstag hatte sich die Freiwillige Feuerwehr im südlichen Landkreis Hildesheim ein gewaltiges Szenario ausgedacht: ein Waldbrand in der Gemeinde Lamspringe, die Evakuierung eines Dorfes und obendrein ein Busunfall mit 20 Verletzten und einer Toten.

Schnell wird der Leitstelle klar, dass die Situation allein mit den hauptamtlichen Kräften nicht zu beherrschen ist. Sie fordert Unterstützung von anderen Wehren und den Blaulichtorganisationen aus der Umgebung an. Bis aus Hannover und Northeim eilen die Einsatzkräfte zur Hilfe, darunter auch der Katastrophenschutz-Einsatzzug des DRK Kreisverbands Hildesheim mit neun Fahrzeugen. Insgesamt sind am Samstag 732 Männer und Frauen im Einsatz, etliche Straßenabschnitte sind für mehrere Stunden gesperrt.

Die Aufgabe unserer Helferinnen und Helfer: Zunächst eine Fahrt zum Bereitstellungsraum in Bodenburg (Gemeinde Bad Salzdetfurth), wo sich alle Einsatzkräfte zusammenfinden, um schnell verfügbar zu sein. Feuerwehr und Rettungsdienste, Malteser, Johanniter, ASB und das DRK treffen aufeinander. Dann kommt der Einsatzbefehl. Ein Rettungswagen fährt mit zum Busunglück, die anderen errichten in den Lamspringer Lammetal-Werkstätten – einer Einrichtung der Lebenshilfe – eine Betreuungsstelle für die zu Evakuierenden. Das Team des Rettungswagens findet auf der Kreisstraße zwischen Wöllersheim und Lamspringe tatsächlich einen umgestürzten Bus, den das Verkehrsunternehmen Sowada zur Verfügung gestellt hat. Die Johanniter Holzminden haben die Darsteller täuschend echt geschminkt. Sie bekommen Schilder um den Hals, die das Ausmaß ihrer Verletzung wiedergeben. Grün sind die Leichtverletzten, gelb und rot die schwereren Fälle. Schwarz sind die Toten. Bei einer wirklichen Havarie würden diese direkt an der Unfallstelle von Bestattungsunternehmen abtransportiert. Aber so weit geht die Simulation dann doch nicht.

In Lamspringe werden Tische, Bänke sowie ein Getränkestand aufgebaut und eine zentrale Stelle zur Registrierung aller Ankömmlinge eingerichtet. Eine weitere Gruppe baut neben dem Gebäudekomplex ein Sanitätszelt auf, um eventuell Verletzte zu behandeln. Nun gilt es, die Einwohner des kleinen Dorfes Glashütte (Gemeinde Lamspringe) zu evakuieren, gespielt von 35 Angehörigen der Jugendfeuerwehr. Das DRK Hildesheim erhält die Einsatzabschnittsleitung. Mehrere Fahrzeuge rücken aus, sammeln gemeinsam mit den Kollegen der Feuerwehr die Jugendlichen ein und bringen diese in die Lammetal-Werkstätten. Dort werden sie mit warmem Tee versorgt bis die Gefahr gebannt ist.

Während der Übung nutzt der Einsatzzug auch die Gelegenheit, Fahrten mit Blaulicht und Martinshorn zu üben. Auch dies ist notwendig, damit die Einsatzkräfte im Ernstfall das Führen der Fahrzeuge bei hohen Geschwindigkeiten sicher beherrschen. Auch wenn aufgrund der Urlaubszeit und mehrerer Krankheitsfälle weniger ehrenamtliche Kräfte bei der „Schwarzer Storch“ genannten Übung zur Verfügung standen, zeigt sich Zugführer Oliver Ortlepp mit dem Ergebnis zufrieden. „Unsere Einsatzkräfte haben die gestellten Aufgaben innerhalb kürzester Zeit abgearbeitet. Die vielen Stunden, die unsere Helferinnen und Helfer jede Woche ehrenamtlich in Ausbildung und Training investieren, zahlen sich aus. Auf den Ernstfall sind wir gut vorbereitet.“