Hildesheim, 22.11.2018

Verstanden, Ende!

Sprechfunklehrgang in Hildesheim


Bericht einer Teilnehmerin

Am Wochenende des 3. und 4. November fanden sich Mitglieder der Kreisverbände Helmstedt, Hildesheim-Marienburg und Hildesheim in der Dienststelle im Brühl für den Sprechfunklehrgang ein.

Den Samstag verbrachten wir damit, in die Theorie eingewiesen zu werden. Als es um die physikalischen Grundlagen ging, klopfte bei manchen vielleicht noch etwas Schulwissen. Auch beim Funkalphabet konnte man sich noch an Lehrer erinnern, die man in der Drei Dora oder der Vier Cäsar einmal hatte. Wobei es eine wirklich große Schule hätte sein müssen, wenn die Benennung von Anton bis Zacharias gegangen wäre.

Einen weiteren Ausflug in die Kindheit gab es, als es darum ging, wie wir überhaupt über das Digitalfunknetz miteinander reden können. Dazu nämlich griff der Lehrgangsleiter auf eine Episode der Sendung mit der Maus zurück, in der erklärt wird, wie das Handynetz funktioniert.

Die rechtlichen Grundlagen waren ein wichtiger Punkt und die Funkdisziplin ebenso. Funkdisziplin bedeutet zum Beispiel, dass man sich möglichst kurz hält, immer schön Kommen und Ende sagt, dass man sich siezt (egal ob man sich schon jahrelang kennt) und man weder Bitte noch Danke sagt.

Das in der Theorie zu besprechen war erstmal wichtig, doch um es wirklich zu verinnerlichen, musste man es praktisch ausprobieren. Dieser Teil folgte am Sonntag. Jeder bekam ein Handfunkgerät ausgehändigt und Schritt für Schritt die Gerätebedienung und den richtigen Umgang.

Auch gab es noch eine Einführung in die Kartenkunde, bei der die menschliche Vorstellung der Form der Erde in diesem schönen Satz zusammengefasst wurde: „Erst war sie eine Scheibe, dann eine Kugel, dann ein Rotationsellipsoid, aber eigentlich - ist sie eine Kartoffel.“

Nun war es an der Zeit, unser Wissen praktisch anzuwenden. Dazu übten wir den Nachmittag lang in kleinen Gruppen. Jedes Team suchte sich die Koordinaten von Orten mit markanten Punkten (z.B. eine Kirche) aus den Karten heraus. Die Teams untereinander funkten sich dann an, um von den anderen ihre Koordinaten zu erfragen, diese anschließend wiederum selbst zu suchen. Hatte man die gemeinte Stelle gefunden, fragte man bei demselben Team wieder nach, ob das auch wirklich die Kirche in soundso sei.

So, nur in größerem Stil, lief der praktische Teil der Prüfung (nachdem der theoretische schnell abgehandelt war) am Samstag, den 17.11.18, ab.

Diesmal ging es darum, die Koordinaten, die man von der Einsatzleitung über Funk mitgeteilt bekam, tatsächlich anzufahren und vor Ort dann auf Fragen, wie „Welche Farbe hat der Elefant auf dem Spielplatz?“ zu antworten.

Mitglieder der Bereitschaft Hildesheim, die Funklehrgang bereits absolviert hatten, machten mit und fungierten als Fahrer und mentale Unterstützung.

Um sicher zu stellen, dass ein reger Funkverkehr herrschen würde, wurden noch weitere Aufgaben gestellt: Jedes Mal, wenn man ein rotes Auto gesehen und wenn man einen Bahnübergang überquert hatte, sollte man das einem anderen Fahrzeug mitteilen. Dieses Team wiederum sollte das dann der Einsatzleitung weitergeben. Außerdem sollte man immer durchgeben, wenn man einen Ortseingang passiert hatte, wobei man den Ortsnamen buchstabieren musste.

Irgendwann fing die Einsatzleitung noch zusätzlich das Spiel Ich packe meinen Koffer und nehme mit... an. Das alles führte dazu, dass wirklich konstant Funkverkehr herrschte und zwar so viel, dass man nicht immer die Möglichkeit hatte, jedes einzelne rote Auto oder jeden Bahnübergang zu melden und so fing man an zu sammeln, um irgendwann durchgeben zu können, dass man 13 rote Autos gesehen und drei Schienen überquert habe. Manche sammelten auch die Orte, die sie durchfahren hatten, was sie allerdings schnell bereuten. Auf ihre Meldung, dass sie Bettmar, Adlum, Schellerten und Hüddessum durchquert hätten, kam nämlich die Aufforderung, die Orte zu buchstabieren. Aber immerhin – danach konnte man das Funkalphabet.

Zum Abschluss wurde allen Fahrzeugen dieselbe Koordinate gegeben. Auf der Karte schien diese mitten im Nirgendwo zu liegen. Die Stelle ließ sich nur über Feldwege erreichen, was für manche schwieriger war als erwartet. Denn konnte man zwar die Rotkreuzfahrzeuge am Zielpunkt schon von weitem in der Ebene ausmachen, doch um sie zu erreichen, kreuzte man noch eine gefühlte Ewigkeit durch die Felder, bog in Wege ein, die nur scheinbar in die richtige Richtung führten, dann aber falsch abbogen oder einfach aufhörten.

Als alle Fahrzeuge angekommen waren, machten wir uns im geschlossenen Verband auf den Weg zurück zur Dienststelle. Dort erhielten die Lehrgangsteilnehmenden noch ihre Bescheinung, dass sie erfolgreich mitgemacht hatten, und dann war es schon Zeit, sich wieder auf den Weg nach Hause zu machen.

Danke an alle für den fröhlichen Lehrgang und vielleicht hört man sich mal über Funk.

Verstanden, Ende!

 

Text: R. von Mengershausen